Prävention

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Einteilung nach Caplan

  • Primärprävention:
    vor Eintreten der Erkrankung. Ziel ist die Vermeidung der Krankheit von vornherein.
  • Sekundärprävention:
    setzt im Frühstadium an. Ziel ist die Vermeidung des Fortschreitens oder der Chronifizierung einer Erkrankung. (Früherkennung)
  • Terziärprävention:
    nach der Akutbehandlung. Ziel ist die Vermeidung von Folgeschäden oder Rezidiven. (Rehabilitation)
  • Quartärprävention:
    Ziel ist die Verhinderung von unnötiger Medizin und von Übermedikation (primum non nocere: zuerst einmal nicht schaden)

Krankheitsgewinn nach Siegmund Freud

Bezeichnung für die objektiven und/oder subjektiven Vorteile, die ein Kranker aus seiner Krankheit zieht

  • Primärer Krankheitsgewinn:
    innere oder direkte Vorteile, die der kranke Mensch aus seinen Symptomen zieht.
    Der primäre Krankheitsgewinn besteht darin, durch die Krankheit noch unangenehmeren Anforderungen als der Krankheit selbst aus dem Weg gehen zu können (berufliche und soziale Verpflichtungen, Prüfungen, Stress verursachende Einzelsituationen, Versorgung). Eine Flucht in Krankheit verspricht also einen direkten Vorteil durch Entlastung.
  • Sekundärer Krankheitsgewinn:
    äußere Vorteile, die der kranke Mensch aus bestehenden Symptomen ziehen kann, wie dem Zugewinn an Aufmerksamkeit und Beachtung durch seine Umwelt.
  • tertiärer Krankheitsgewinn:
    Der tertiäre Krankheitsgewinn besteht in Vorteilen für die Umgebung des Erkrankten. Beispielsweise kann für Angehörige die zu erbringende Pflege als Bereicherung empfunden werden, da der Pflegende spürt, gebraucht zu werden, eine besondere Kompetenz erhält und sich so als Heilsbringer sehen kann.
  • Quartärer Krankheitsgewinn:
    Ideologische Um- und Aufwertung des Leidens oder der Krankheit.
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